PLAN B: Was man jetzt anstelle der Leipziger Buchmesse machen kann

Boom. Gestern kam die Nachricht, vor der sich wohl alle Bücherfreunde in der letzten Zeit schon gefürchtet haben: Die Leipziger Buchmesse wurde zum ersten (!) Mal in ihrer 70-jährigen Geschichte abgesagt. Aus meiner Sicht nachvollziehbar, hätte doch jeder Messeteilnehmer schriftlich belegen müssen, nicht aus definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu Personen aus Risikogebieten gehabt zu haben. Das ist angesichts von rund 2.500 Ausstellern und rund 280.000 erwarteter Besucher eine zu große Herausforderung. Mehr Infos dazu hier.

UND JETZT?

Der Urlaub wurde genehmigt, das Hotel ist gebucht, die Zugtickets liegen bereit: Warum also nicht trotzdem nach Leipzig fahren bzw. hier bleiben?
Zeit für einen PLAN B.

Für alle „Ich habe mich sooo auf die Lesungen gefreut!“ – Teilnehmer
Die gute Nachricht: Stand heute (4.3.) ist, dass einige geplante Lesungen in Leipzig trotz der Absage stattfinden.

Bild: Malwine Stauss

Sollten keine neuen Corona News Leipzig erschüttern, wird im Kupfersaal wie geplant der große Poetry Slam am 11.3. zur Buchmesse stattfinden. Tickets gibt es für 12€ im VVK und für 18 € an der Abendkasse. Einlass: 19:00 Uhr. Beginn: 19:30 Uhr. Auch die Lesungen von Horst Evers am 13.3. und von Krimi Star Sebastian Fitzek am 13.3. sollen stattfinden (beide Veranstaltungen sind allerdings schon ausverkauft)
Wurde nun leider doch verschoben (Stand: 13.3.)

Bild: ©Clemens Meyer / Schaubühne Lindenfels

Für alle, die sich bereits auf Lesungen in der Schaubühne Lindenfels gefreut haben: Ein paar Veranstaltungen wurden abgesagt – ein paar finden aber auch statt! Juhu! So könnt ihr wie geplant am 14.3. um 20h dem Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer in „Der Letzte macht das Licht an“ dabei zuhören, wie er genüsslich die Nominierten für den Leipziger Buchpreis unter die Lupe nimmt. Tickets kosten 12€, ermäßigt 8€.
Wurde jetzt doch leider abgesagt (Stand: 13.3.)

Für alle „Ich habe mich sooo auf neue Bücher gefreut“ – Teilnehmer
Vor allem Kleinverleger und Self-Publisher trifft die Absage der Buchmesse hart. Also liebe Bücherfreunde, besucht die kleinen Buchhandlungen eurer Stadt oder in Leipzig, durchforstet die Online-Shops von Kleinverlagen und Self-Publisher und unterstützt so die ganze Buchbranche. Dazu hat sich auch Antonia von Lauter&Leise ein paar Gedanken gemacht, schaut unbedingt mal rein. Sie hat zudem auch noch ein paar weitere Anregungen für euch, was ihr mit dem „verlorenen“ Wochenende so machen könnt.
In Leipzig könnt ihr wunderbar in diesen kleinen, unabhängigen Bücherläden stöbern:

Buchhandlung Wörtersee – Zentrum
Connewitzer Verlagsbuchhandel – Zentrum
BookStore – Zentrum
Kinderbuchladen Serifee – Südvorstadt
Buchhandlung Südvorstadt – Südvorstadt
Buchhandlung El Libro – Connewitz
Buchhandlung SeitenBlick – Lindenau
Buchandlung Drift – Plagwitz
Außerdem noch eine Leseempfehlung: Die lesende Käthe nimmt euch mit auf einen Spaziergang durch Leipzigs Buchhandlungen.

Bild: Sarajevo ©Johanna Schönfelder

Für alle „Ich habe mich so auf einen Blick über den Tellerrand hinaus gefreut“ – Teilnehmer
Dieses Jahr sollte auf der Leipziger Buchmesse nicht EIN bestimmtes Land im Fokus stehen, sondern die gesamte Südosteuropa Region. Dabei sollte das deutsche Publikum die Literatur aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien kennenlernen. Die gute Nachricht: Das geht auch ohne Buchmesse. Ja, wirklich. Versorgt euch in der Bibliothek oder in der Buchhandlung eures Vertrauens mit einem Stück osteuropäischer Literatur – und macht es euch dann in einem der zahlreichen Cafés und Restaurants in Leipzig gemütlich. Wie wäre es zum Beispiel im Café Puschkin mit dem Roman „Asche und Staub“ von Viktor Remizov? Und danach besucht ihr im Anschluss an den Sibirien – Roman noch am 12.3. den Film-Vortrag „Sibirien – Mit der Transis quer durch Russland“ im ballSAAL? Oder ihr richtet euren Blick auf den Balkan, z.B. mit dem tollen Sarajevo-Roman „Das schönste der Wort der Welt“ von Margaret Mazzantini? Oder nach Bulgarien mit der Anthologie „Ein fremder Freund„, die Kurzgeschichten verschiedener bulgarischer Autoren vereint?
Und wenn ihr euren Augen mal eine Pause gönnen wollt: Die Journalisten Danijel Majić und Krsto Lazarević erzählen in ihrem Podcast Neues vom Ballaballa-Balkan vom Leben in der Region.
Wer mehr mit westeuropäischer Literatur anfangen kann, dem sei das internationale Buchcafé Polylogue empfohlen. Hier könnt ihr euch zum Kaffee mit Literatur aus Italien, Frankreich, England und Spanien versorgen.
Für noch größeres Fernweh: Im Traveler Café Kokopelli könnt ihr nach Herzenslust in Reiseführern blättern und euch in ferne Welten träumen oder im Café Jeepney Philippinen kulinarisch kennenlernen.

Für alle „Wenn ich schon mal gebucht habe, kann ich mir ja auch Leipzig mal anschauen“Teilnehmer
Ja ja ja! Glaubt mir, ihr werdet eure Reise nicht bereuen. Statt den ganzen Tag auf dem Messegelände zu verbringen, habt ihr jetzt Zeit, die Stadt zu erkunden. Ist doch immerhin ein kleiner Trost, oder? Abgesehen von dem obligatorischen Spaziergang durch die Innenstadt, lohnt sich – wie so oft – ein Blick in die angrenzenden Viertel. In Plagwitz könnt ihr euch kreative Inspiration auf dem Gelände der Baumwollspinnerei mit seinen zahlreichen Galerien holen oder im Kunstkraftwerk multimediale Vorstellungen von Van Gogh bis Alice im Wunderland bestaunen (große Empfehlung meinerseits!). Sollte das Wetter mitspielen, lohnt sich außerdem ein Spaziergang am Karl-Heine Kanal und danach ein Päuschen in einem der zahlreichen Cafés (z.B. Café Albert oder Dipasquale) auf der Karl-Heine-Straße. Ganz in der Nähe vom Lindenauer Markt gibt es im Pekar die beste Pizza Leipzig und in der Bar Links neben der Tanke einen guten Ort zum Versacken.
Vergleichsweise unerschlossen ist für Viele noch der Leipziger Osten. Dabei gibt es hier fantastisches Eis im Gustav H, ein wunderbar gemütliches Café für verregnete Stunden findet ihr im Cafe Bubu, Platten im VARY und eine Kulturapotheke sowie ein fantastisches Frühstück im Café Franz Morish. Der Süden ist schon lange kein Geheimtipp mehr, aber trotzdem definitiv einen Besuch wert: Auf der Karli reihen sich Cafés und Bars aneinander, Vintage und Dekoläden wie Garderobe oder SÜDSEITE verführen zum Stöbern und vom Fockeberg aus kann man einen fantastischen (kostenlosen!) Blick auf Leipzig genießen. Hierfür könntet ihr euch im Café Maitre noch mit französischen Leckereien oder im RÖSSLING mit tollen Antipasti für ein Picknick eindecken.

Weitere Tipps für den März – nicht nur in Leipzig – findet ihr übrigens auch hier.




One Comment

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s