4 Orte, die ich gerade vermisse

Noch immer beherrscht Corona die Nachrichten und unsere Art, zu leben, zu denken und zu fühlen. Wann und wie diese Krise einmal ausgestanden sein wird, weiß keiner von uns (sicher). Zwar fällt mir nach mehreren Wochen Isolation immer noch nicht die Decke auf den Kopf, aber die Sehnsucht nach anderen Orten und neuen Erinnerungen wächst. Welche das sind? Lest ihr hier. Und von welchen Orten träumt ihr gerade?

Amrum.

Seit ein paar Jahren ist die Insel im Norden mein Sehnsuchtsort und fest mit mir verbunden: Letztes Jahr heiratete ich dort den tollsten Menschen, den ich kenne.
Wie oft träume ich mich seitdem in die weiche Dünen -Landschaft, an den breiten Strand, abwechselnd Sand und Wasser zwischen meinen Füßen, den Blick auf das Meer oder den weiten Himmel gerichtet, in der Nase der Duft von Rosen und frischer Luft. Vielleicht wird es noch was mit uns beiden, im Herbst. So lange muss ich weiter träumen und vermissen.

Zuhause bei meinen Eltern in Brandenburg.

Ich war zwar gerade erst da, aber könnte schon wieder zurück. So schön war es, nach 2, bzw. 4 Monaten meine Eltern und Großeltern wiederzusehen. Nur das „in die Arme fallen“ – müssen wir uns für später aufheben. Obwohl ich mich mit 15 stark gegen den Umzug gewehrt hatte, komme ich immer wieder gerne hierher zurück. Mit der Zeit ist das Haus mit den Fensterläden, dem kleinen Teich und dem blühenden Garten eine neue, geliebte Konstante in meinem Leben geworden. Hier im Garten betranken meine Freunde und ich uns zu meinem 18. Geburtstag, ins Haus brachte ich meinen 1. Freund, auf der Sonnenliege lernte ich für mein Abitur. Alles ist voll von Erinnerungen. Und wenn die Welt auch durchdreht: Zuhause, zwischen den Seen und dem Wald, ist die Welt irgendwie trotzdem immer noch in Ordnung.

Barbesuche mit Freunden

Vergangenes Jahr reiste ich für ein paar Tage im Sommer mit meiner Freundin nach Rom. Dort waren wir schon einmal zusammen gewesen, daher konnten wir die Tage entspannt angehen und uns statt Sightseeing, größtenteils auf nette Cafés, Bars und Restaurants konzentrieren. Was uns damals selbstverständlich erschien, ist heute (fast) undenkbar. Wie sehr freue ich mich schon auf den Moment, wenn ich ohne Mundschutz mit meinen Liebsten draußen sitze kann, auf wackeligen Stühlen, mit kühlen Drinks und glücklichen Gesichtern, darauf anstoßend, dass solche Treffen endlich wieder möglich sind..

Hotel Ar Men Du in der Bretagne

Ich war selbst noch nicht da, doch seit ich einem der Bretonischen Krimis von dem lauschigen Hotel am Meer gelesen habe, möchte ich dorthin. Dieses Jahr sollte es nun endlich soweit sein: Eine Überraschung von mir an meinem Mann zum 1. Hochzeitstag.
Auch wenn man niemals nie sagen sollte, glaubt heute keiner von uns beiden mehr so recht daran, dass der geplante Bretagne-Urlaub stattfinden wird. Was soll’s, dafür sind wir beide gesund und haben hoffentlich noch viele, viele glückliche Ehejahre vor uns. Und so lange reise ich mit Büchern und Filmen in die Bretagne (und füttere so meine große Sehnsucht).

15 Comments

  1. magdasmomente

    Liebe Johanna! Ich kann deine Sehnsucht sehr gut nachvollziehen. Ich habe gestern auch schon zu meinem Freund gesagt: Wie schön es doch wäre wieder sich in eine Bar zu setzen oder gemeinsam ausgehen zu können. Wir sind zwar nicht jedes Wochenende außer Haus, aber Netflix & Chill ist momentan echt ausgelutscht …
    Orte, an denen wir generell schöne Erinnerungen gesammelt haben, sind im Herzen besondern verankert. Ich habe mich in Teneriffa verliebt und könnte mir somit auch vorstellen eines Tages auszuwandern … Wäre Amrum für dich auch eine Alternative zur momentanen Wohnlage?
    Und wer weiß, eines Tages wird es bestimmt noch in die Betrage gehen 😉
    Liebe Grüße und bleib gesund!
    Viele Grüße
    Magda von magdasmomente

    Gefällt 1 Person

    1. johannaschreibtwas

      Liebe Magda,
      danke für deinen lieben Kommentar, darüber habe ich mich gerade sehr gefreut. 🙂
      Jaaaa gerade bei den steigenden Temperaturen wächst gerade die Lust auf Bars und draußen sitzen. 🙂 Ohhh, schön dass du auch so einen festen Sehnsuchtsort hast. Wieso gerade Teneriffa? 🙂 Vielleicht schreibst du mal darüber, dass würde mich total interessieren! 🙂
      Ja, ich träume oft von Amrum als Lebensstandort, aber ich glaube, dass Traum und Realität (kleine Insel, geringeres Kulturangebot als in der Stadt, jobmäßig eine Herausforderung, hohe Mieten) hier leider 2 Paar Schuhe sind…Aber ein Ferienhaus, das wäre was! Neulich habe ich gelesen, dass Katja Ebstein ihr Haus auf Amrum verkauft – für über eine Million Euro. Naja, träumen darf man ja… 😉

      Gefällt 1 Person

      1. Magda

        Liebe Johanna, ich werde gerne über Teneriffa einen Beitrag verfassen 🙂
        Da hast du recht … Und ein Ferienhaus ist meiner Ansicht nach schon mal eine gute „Alternative“ zum „Auswandern“ und für eine Million bestimmt ein Schnäppchen 😉
        Träumen und Wünschen sollte man auf jeden Fall, denn eines Tages wird sich dieser Wunsch auch erfüllen (:

        Gefällt 1 Person

  2. Tine von Glücksgedöns

    Hallo Johanna,
    was für ein schöner Beitrag! Dass du Amrum vermisst, kann ich gut verstehen. Ich bin gebürtige Husumerin. Die Nordsee ist meine Heimat. Wie cool, dass du dort geheiratet hast. Und dann auch nochb den tollsten Mann der Welt. 😉
    Wobei … warte … den werd ich doch demnächst heiraten! 😀

    Ich vermisse aktuell weniger Orte, sondern mehr Freiheiten und Sozialkontakte. Mir fehlen meine Schüler und der ganz normale Unterricht. Mir fehlt es, ohne Stressgefühl durch die Einkaufsläden schlendern zu können. Und mir fehlen meine Freunde.

    Aber: Ich weiß, warum ich darauf verzichte(n muss) und das macht es leichter.

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. johannaschreibtwas

      Oh wie wunderbar, in Husum hat es mich vorletztes Jahr auch mal verschlagen! Wie toll, um diese Herkunft beneide ich dich aber sehr! Wo hat es dich denn jetzt hin verschlagen, wenn ich fragen darf? 🙂 Noch immer in eine Stadt am Meer oder ganz woanders hin?
      Und herzlichen Glückwunsch zur Verlobung! ❤ Haha, wie gut, dass Esoterik viele tollste Männer auf der Welt gibt. Ich wünsche euch alles Gute. 🙂
      Ohja, dass sind auch alles gute Punkte zum Vermissen. Aber irgendwie doch auch schön zu spüren, wie sehr man an manchen Dingen hängt, oder? Ich bin mir sicher, dass nicht Viele gerade ihre Arbeit so vermissen wie Du. Da scheinst du für dich das Richtige gefunden zu haben, wie wunderbar. 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Tine von Glücksgedöns

        Leider lebe ich aktuell nicht mehr am Meer, sondern in Bielefeld. 😀 Ich hab in Köln studiert und „musste“ dann hier mein Referendariat machen. Da bin ich irgendwie hängengeblieben. Mein Herzensmann kommt aber auch aus dem Norden, also wird es uns vielleicht irgendwann wieder dahin zurück verschlagen.

        Und: Vielen lieben Dank! Und es ist doch wirklich schön, wenn wir beide der festen Überzeugung sind, den tollsten Mann der Welt erwischt zu haben. 😀

        Gefällt 1 Person

  3. Wörter auf Reise

    Ein sehr schöner Beitrag, kann deine Sehnsucht auch ganz gut nachvollziehen, große Reisen standen bei mir dieses Jahr eh nicht an, aber hätte ich Freunde in Würzburg besucht, wäre eigentlich nächstes Wochenende schön in Sankt Peter Ording, wo ich als Kind jedes Jahr war… Ansonsten war eventuell noch ein Kurztrip geplant, fällt weg.. Ansonsten vermisse ich es, einfach entspannt mit Freunden im Café/ Bar zu sitzen und zu quatschen – etwas das man immer für ganz alltäglich angesehen hat. Sonst vermisse ich Kino sehr, und würde dort gern wieder einen Film sehen. Ach ja und Konzerte wären auch schön 😀 Aber wie du am Ende schön geschrieben hast, lesen wir uns aktuell dorthin.

    Alles Liebe

    Nadine

    Gefällt 1 Person

    1. johannaschreibtwas

      Dankeschön! Ohja, Kino ist echt noch ein ziemlich guter Punkt: Das fehlt mir auch total! Nicht alles lässt sich – Gott sei Dank – dann per Lifestream ersetzen, nicht wahr? Ich habe mir auf jeden Fall auch schon eine „Nach-Corona“ Liste erstellt, was ich dann alles Schönes machen möchte. 🙂

      Gefällt 2 Personen

  4. Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee

    Hallo Johanna,
    ich kann dein Fernweh nur zu gut verstehen. Im April sollte es für uns nach Israel gehen. Eigentlich war eine Kreuzfahrt geplant. Dass diese nicht stattgefunden hat, war unter den gegebenen Umständen dann auch eher ein Geschenk, als ein Fluch. Ich reise unheimlich gerne. Wie auch du, liebe ich solche Abende, die man bei einem Cocktail in einer Bar ausklingen lässt. Und das Meer … ❤
    Bis sich die Lage ändert haben wir ja immer noch unsere Bücher, die uns in andere Welten entführen, auch wenn es nicht ganz das Gleiche ist, so ist es zumindest ein kleiner Trost :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    Gefällt 1 Person

    1. johannaschreibtwas

      Liebe Tanja,
      vielen lieben Dank für deine Zeilen. 🙂 Wie schade, dass eure Reise ausgefallen ist – aber ja, wie du schreibst, war es unter diesen Umständen vielleicht sogar besser so, jedenfalls stelle ich mir das ziemlich horrormäßig vor, auf einem Schiff in Quarantäne zu sein…
      Hoffentlich könnt ihr dann die Reise zu einem anderen Zeitpunkt nachholen! Israel würde mich auf jeden Fall auch sehr interessieren. 🙂
      Und recht hast Du: Immerhin haben wir noch Bücher, mit denen wir im Kopf verreisen können. 🙂
      Alles Liebe!

      Gefällt 1 Person

  5. lottaswelt23

    Hey Johanna! Wie passend. Du sprichst mir aus der Seele! Mir geht es genauso. Ich hoffe inständig, dass es sich alles zum Sommer wieder entspannt. So beschränkt zu leben, also ich meine unsere eigentlichen Grundrechte, mit denen wir aufgewachsen sind und es nicht anders kennen, das ist schon heftig. Auch wenn wir natürlich wissen und verstehen warum es so ist. Es belastet und der Kopf ist echt zu voll damit. Habe jetzt meinen eigenen Weg gefunden „abzuschalten“. Lese nur noch die finalen Erlässe und folge keinen Spekulationen und Zahlen mehr.

    Gefällt 1 Person

    1. johannaschreibtwas

      Liebe Lotta,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Ich mache es mittlerweile genauso wie Du: Nur noch das Wichtigste zu Corona lesen, aber auf gar keinen Fall mehr jede vermeintliche neueste Erkenntnis. Und so langsam wächst in mir die Hoffnung, zumindest ein paar der Orte doch noch in diesem Jahr sehen zu können…Und ich drücke dir die Daumen, dass in diesem Sommer doch noch ein Trip nach Schleswig klappt?! 🙂

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s