Unternehmungen, die (NICHT NUR) in Leipzig im Sommer gute Laune machen

Dieser Artikel erschien zuerst auf Sag’s Nicht Weiter.

Zugegeben, nach einem langen Tag im Büro, aufreibenden Telefonaten oder anstrengenden Excel Analysen, nicht der Versuchung zu unterliegen, sich direkt im Anschluss auf der Couch vor der Welt da draußen zu vergraben, ist an manchen Tagen schlichtweg: unmöglich. Und das ist auch okay so. Aber was, wenn schon Nachmittags die Beine kribbeln, die Sonnenbrille provozierend in die Sonne blinzelt und die Stadt vor deinen Füßen nur darauf zu warten scheint, von dir erobert zu werden? Dann müssen Großstädter manchmal tun, was ein Großstädter machen muss: Sich mitten rein ins Getümmel werfen. Neue Orte auskundschaften. Alte Lieblingsplätze wiederentdecken. Ein Hobby finden, Gleichgesinnte treffen. Dir deine Stadt zu eigen machen.
Was in Leipzig in diesen Tagen besonders gute Laune macht?

RAD FAHREN

Mit Ende 20 ohne Führerschein ist man in gewissen Kreisen fast ein Exot. Auch in Leipzig sind natürlich die meisten Bewohner stolze Besitzer einer Fahrerlaubnis. Nur braucht die hier eben nicht jeder. Statt aus der Not also eine Tugend zu machen, gehört in Leipzig Rad fahren fast schon zum guten Ton. Es gibt unzählige gut und klar abgrenzte Radwege, leider aber auch genau so viele bescheuerte, besserwisserische Rad- wie Autofahrer wie in jeder anderen Stadt auch und einige Straßen, die man als Radfahrer besser meiden sollte (Jahnallee!). Trotzdem kann ich jedem Bewohner wie Besucher nur empfehlen, die Stadt langsam mit dem Fahrrad zu erkunden. Ob als kostengünstige Alternative zur Stadtführung, in Kombination mit einem Picknick im Clara Park oder einem Ausflug  an einen der unzähligen Seen rundum Leipzig: Zahlreiche neue Wege warten darauf, von euch befahren zu werden.
Wer Lust auf ein paar Kilometer mehr und neue Ortschaften hat: Der Leipzig travel blog hat einige tolle Routen zusammen gestellt.

AUSFLUG INS BLAUE

Leipzig ist eine Stadt ohne Meer. Daran ist leider nicht zu rütteln. Das ist aber tatsächlich nur halb so schlimm, wenn man sich mal auf den Weg zu einem der unzähligen Seen rundum die Stadt begibt. Glaubt mir: Kein Freibad und erst recht kein Pool können mit diesem Gefühl von immerwährenden Sommerferien, Pommesduft vermischt mit Sonnencreme, stillen Plätzen und Strandlaufstegen mithalten. Mein Tipp: Auch wenn er so gut zu erreichen ist und neben dem Bad ins Nasse mit Freizeitaction überzeugen kann: Gebt euch nicht (nur) mit dem Cossi zufrieden! Auch andere Seen möchten entdeckt werden. Und glaubt mir: Auch der Kulki (mein absoluter Favorit!), Markleeberger See, Auensee oder die Schladitzer Bucht haben das Zeug zum Lieblingssee.
Nur träge im Sand oder auf der Wiese liegen reicht euch nicht? Kein Problem, denn die Neuseenlandschaft wie auch Leipzigs unzählige Kanäle sind wie gemacht, um auf Kanu, Ruderboots, oder sogar Gondeltouren ganz neue Seiten an Leipzig zu entdecken. Auch  Sportarten wie Kite Surfen, Wake Boarden, Stand Up Paddeling oder Tauchen sind in vielen Seen sogar möglich. Am besten direkt den Seen eurer Wahl nach Möglichkeiten abchecken.

DEN FEIERABEND draußen AUSKLINGEN LASSEN

Nach der Arbeit direkt nach Hause? Ach nö, heute mal nicht. Schließlich scheint die Sonne ja so schön… Kommt euch bekannt vor? Ich persönlich liebe ja genau dieses Gefühl von Unternehmungslust und Abenteuerlaune in der schönsten Zeit des Jahres. Zumal Leipzig gefühlt an jeder Ecke im Sommer zu einem kühlen Drink oder einem leckeren Stück Kuchen am Feierabend einlädt. Geht meiner Meinung nach immer: Lavendellimonade vom ZierlichManierlich am Elsterbecken, ein kühles Bier im Heimathafen in Schleußig, ein frisch aufgeschäumter Frappé von Espresso ZackZack oder Lillet Abende im Spizz. Zum Abkühlen empfehle ich guten Gewissens den kleinen Eisladen Gustav H am Lene-Voigt-Park.
Gute Alternativen zum Freisitz Ist natürlich aber auch der eigene oder der liebgewonnene Balkon von Freunden. 

Paddeln

Ich glaube, meine etwas verspätete Leipzig Liebe (hier berichte ich bereits darüber) begann auf dem Wasser. Als ich nämlich mit meinem Mann und seinen Geschwistern zum ersten Mal auf der Elster und am südlichen Auwald entlang paddelte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Mensch, ist Leipzig schön. Umgeht man etwas die Stoßzeiten, kann man so hervorragend die Seele einmal baumeln lassen und manchmal sogar ein paar Waschbären oder Nutrias entdecken. Wer auch beim paddeln nicht auf urbanes Flair dagegen verzichten mag, ist bestens mit einer Citytour auf dem Karl-Heine-Kanal beraten. Auch hier gibt es von versteckten Restaurants und lauschigen Bars am Kanal, gewaltigen Industriebauten und hippen Menschen am Kanalufer so einiges zu sehen.

Frische luft

Es gibt unzählige gute Erfindungen, die viel zu gut sind, um sie nur an kalten oder regnerischen Tagen ausüben zu können. Dazu gehören meiner Meinung nach: Kinos, Restaurantbesuche (solche ohne Freisitz oder Terrasse versteht sich), Museen, Clubnächte und … Die Lösung? Alles nach draußen verlagern! Dass dieses Jahr aufgrund von Corona Highlights wie das Klassik airleben Festival oder das Think Festival ausfallen, ist natürlich klar. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Am 13 Juni kann man wieder den Kiezflohmarkt am Westwerk besuchen, das Feinkost Sommerkino ist bereits zurück und sogar das beliebte Street Food Festival auf der Alten Messe darf vom 26.-28. Juni seine Tore wieder öffnen. Und auch was den Hörspielsommer angeht darf man noch hoffen: Der soll auf jeden Fall vom 4.-12.Juli stattfinden. Ob wie gewohnt auf dem Richard-Wagner Hain oder doch nur virtuell, muss sich allerdings noch herausstellen.

Und wie verbringt ihr den Sommer? Ob in Leipzig oder Anderswo?

7 Comments

  1. Christiana

    Danke für die tollen Tipps, liebe Johanna! Nachdem ich ja immer noch meinem Lieblings-Streetfood-Markt „Streetfood auf Achse“ in der Kulturbrauerei in Berlin ein wenig hinterher trauere, ist es gut zu wissen, dass es hier auch ein Streetfood-Festival gibt. Das merke ich mir mal vor 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Christiana

    Gefällt 1 Person

    1. johannaschreibtwas

      Liebe Christiana,
      wie schön, das freut mich sehr, wenn ich dir damit eine kleine Inspiration geben konnte. Ich kenne allerdings nicht „Streetfood auf Achse“, daher weiß ich nicht, ob die Leipziger Variante da mithalten kann. Aber lecker wird es bestimmt auf jeden Fall. 🙂
      Ich finde es immer schön, wenn man in neuen Städten etwas wiederfinden kann, was man in seiner alten Stadt besonders gern mochte. So erinnert mich der Heimathafen KÖ immer ein wenig an Rostock. 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Johanna

      Gefällt 2 Personen

      1. Christiana

        Liebe Johanna, der Streetfood-Markt muss da gar nicht mithalten 😉 Die Stadt ist ja eine andere und am wichtigsten sind mir da nur 2 Dinge: dass es überhaupt einen Streetfood-Markt gibt und dass es da leckere Sachen gibt. Und von letzterem gehe ich doch mal stark aus 😉
        Ja, das geht mir ähnlich. Rostock kenne ich übrigens vermutlich nicht so gut wie du, aber als ich eine Weile in Greifswald gewohnt habe, bin ich öfter mal hingefahren und mochte die Stadt immer sehr.
        Ganz liebe Grüße
        Christiana

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  2. fredyfox

    Oh wie schön du über „meine“ ehemalige Heimatstadt geschrieben hast. Da werden meine Erinnerungen gerade wieder richtig lebendig und die Sehnsucht nach der Südvorstadt, dem Clara-Park, dem Auenwald und dem Cossi unglaublich groß. Eines Tages komme ich wieder zurück. 🙂
    Hab eine schöne Zeit.
    Lieben Gruß.
    Manu

    Gefällt 1 Person

    1. johannaschreibtwas

      Liebe Manu, vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar. Freut mich sehr, dass ich dir deine Stadt durch die Zeilen ein wenig näher bringen durfte. 🙂 Wohin hat es dich denn mittlerweile hin verschlagen?
      Das klingt auf jeden Fall so, als wäre ein Besuch mal wieder fällig. 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Johanna

      Gefällt 1 Person

      1. fredyfox

        Liebe Johanna, mich hat es nach Berlin verschlagen. Ist ja theoretisch nicht so weit entfernt von Leipzig. Ich komme auf jeden Fall dieses Jahr im Herbst mal wieder auf Besuch. Freue mich schon.
        Lass es dir gut gehen und sei lieb gegrüßt.
        Manu

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