Meine 5 Lieblingsfilme über Frauenfreundschaften

Natürlich gibt es eine ganze Reihe toller Filme über Freundschaften allgemein, zwischen Jungs und Mädchen, Jung und Alt, Arm und Reich, etc. Aber wirklich tolle Filme über reine Frauenfreundschaften? Gibt es meiner Meinung nach nicht ganz so viele (korrigiert mich hier gerne, ich bin sehr offen für weitere Filmvorschläge!), dafür aber ein paar richtig, richtig Gute. Welche das sind?

THELMA AND LOUISE

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich LIEBE Thelma and Louise! Für mich ist es wirklich der perfekte Film über eine Frauenfreundschaft. Wer ihn noch nicht gesehen hat: Schaut ihn euch unbedingt an! Egal, ob alleine, mit der besten Freundin oder eurem Partner/in! Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass auch nur eine Person auf dieser Welt gibt, die diesen Streifen nicht mögen kann.
Darum geht es: Die Freundinnen Thelma und Louise wollen für ein Wochenende ihrem trostlosen Alltag als Hausfrau bzw. Kellnerin entfliehen und unbeschwert Zeit miteinander verbringen. Doch aus dem Road Trip wird schnell eine Flucht vor der Polizei, die die Freundinnen aber nur noch mehr zusammenschweißt.
Lange bevor Girl Power auf Titelblättern und T-Shirts gedruckt wurde, kämpften Thelma und Louise bereits um ihr Recht auf Selbstbestimmung und ihre Freiheit – und waren so ihrer Zeit (scheinbar) um Einiges voraus. Denn obwohl der Film aus dem Jahr 1991 stammt, wirkt er auch heute, fast 30 Jahre später, noch wahnsinnig modern. Zum Beispiel wenn sich Thelma und Louise zu ihrer Flucht vor der Polizei entscheiden, nachdem (ACHTUNG SPOILER, weiter gehts sonst ab dem nächsten Absatz!) Louise den Mann erschießt, der versucht, Thelma zu vergewaltigen.„Dieser Wichser hat mir echt wehgetan und wenn du nicht gekommen wärst, hätte er mir noch schlimmer wehgetan“, sagt Thelma gegen Ende des Films. „Und wahrscheinlich wäre ihm eh nichts passiert, weil ich die ganze Nacht mit ihm getanzt habe und jeder hat es gesehen. Sie werden denken, dass es meine Schuld ist.“ Wieviele Frauen auch heute noch solche Gedanken mit sich herumtragen, muss wohl gar nicht erst gesagt werden.
Aber Thelma und Louise sind keine Opfer. Stattdessen entscheiden sich die Freundinnen für die Flucht nach vor – sexuelle Abenteuer und Banküberfälle inklusive. Und entdecken so ganz neue Seiten an sich: Aus den frustrierten Vorstadtfrauen werden auf einmal richtige Gangster! Und wie Ridley Scott diese Verwandlung der beiden Frauen inszeniert und den Bogen zwischen unterhaltsamen Sommer Roadmovie und packendem Drama spannt, macht einfach großen Spaß, anzusehen. Also, absolute Empfehlung Leute!

FRANCES HA

Seit ich den Film 2013 im Kino gesehen habe, bin ich großer Fan von Greta Gerwig. Aber gut, wer ist es nicht? So sehr ich sie als Regisseurin und Produzentin auch schätze, so gerne sehe ich die 36 – Jährige allerdings auch vor der Kamera.
Darum geht es: Frances und ihre beste Freundin Sophie kennen sich seit dem College und sind seitdem unzertrennbar. Daran können (bislang) auch die Männer nichts dran ändern: Während Frances zu Sophie locker 3 mal am Tag „Ich liebe Dich“ sagt. bekommt es ihr Freund Dan gar nicht erst gesagt. Als der Frances schließlich darum bittet, aus der gemeinsamen WG mit Sophie auszuziehen und stattdessen bei ihm einzuziehen, kommt es kurz darauf zu Trennung. Ein Leben ohne ihre beste Freundin erscheint Frances undenkbar. Umso mehr trifft es sie, als Sophie einige Zeit später in ein schöneres Appartement einer Freundin zieht und kurz darauf eine ernsthafte Beziehung mit einem Mann eingeht. Denn bei Frances verändert sich dagegen: Gar nichts. Weder klappt die Aufnahme in dem renommierten Tanzensemble, noch kann sie die Miete für die Wohnung bezahlen und mit der Liebe will es auch nicht so recht klappen. Und auch die einst so enge Freundschaft zu Sophie scheint auf einmal auseinander zu driften…
Es ist keine Bilderbuchfreundschaft zwischen Frances und Sophie. Und genau das macht den Film aus meiner Sicht aber auch so interessant: Denn ich denke, jeder, der eine enge, langjährige Freundschaft hat, kennt die unterschiedlichen Phasen der Freundschaft: Mal ist man enger, dann vielleicht wieder etwas distanzierter, je nachdem, was das Leben von einem eben gerade so einfordert. Das kann wunderschön sein und manchmal auch extrem weh tun. So ist es auch bei Frances und Sophie: Gerade weil sie sich so nahe stehen, versucht Sophie sich aus der engen Freundschaft zu befreien und freizuschwimmen. Frances muss sich dagegen mit ihrem vermeintlichen Besitzanspruch auf ihre beste Freundin und ihrem eigenen Leben mit Ende 20 auseinandersetzen. Wie Regisseur Noah Baumbach diese Themen in poetischen Schwarz-Weiß Bilder und wunderschöne Dialoge verpackt, ist dann nochmal eine Kunst für sich. Der Preis für einen der schönsten Freundschafts-Dialoge überhaupt gibt es obendrauf:

„Tell me this story of us.“

„Again?“

Frances Ha

GRÜNE TOMATEN

Dieser Film aus dem Jahr 1991 wurde mir passenderweise selbst von einer sehr engen Freundin empfohlen und hat mich sofort ab Minute 1 gepackt.
Darum geht es: Jon Avnet erzählt in der Verfilmung des Romans Fried Green Tomatoes at the Wistle Stop Café von Fannie Flagg auf zwei Zeitebenen die besondere Freundschaft von Idgie und Ruth, die einst in Alabama das „Whistle Stop Café“ geführt und gemeinsam alle Schicksalsschläge des Leben gemeistert haben.
In der Rahmenhandlung, die Anfang der 90er spielt, hört Evelyn Couch, eine unglücklich verheiratete Ehefrau, zum ersten Mal im Altersheim von den beiden Frauen, als sie zufällig die alte Patientin Ninny kennenlernt, die die beiden kannte. Schnell werden aus der Zufallsbekanntschaft regelmäßige Besuche, in denen Evelyn fasziniert immer mehr über Idgie und Ruth erfährt. In Rückblenden (die den Großteil des Films ausmachen) lernen wir Zuschauer, was es mit der besonderen Freundschaft von Idgie und Ruth in den 20er und 30er Jahren auf sich hatte. Dabei hätten die Freundinnen zu Beginn nicht unterschiedlicher sein können (und können sich deswegen auch erst nicht leiden): Idgie ist selbstbewusst und unabhängig, währenddessen Ruth eine richtige Lady und vom Wesen eher zaghaft ist und zudem bald schon unglücklich verheiratet ist. Es ist dann aber Idgie, die ihre Freundin von dem gewalttätigen Ehemann befreit und mit Ruth ein Café aufmacht. Doch dann wird Ruth’s Mann ermordet aufgefunden und schnell geraten die jungen Frauen ins Blickfeld des ermittelnden Kommissar… Je mehr die unglücklich Evelyn von den Freundinnen erfährt, die sich gegen alle Widerstände ein glückliches Leben aufbauen wollten, desto mehr beginnt sich auch in ihr der Wunsch nach Veränderungen zu regen…
Obwohl in dem Film so ernste Themen wie Rassismus (der Film spielt im Südstaat Alabama), Gewalt in der Ehe und ganz subtil auch homosexuelle Gefühle (die in der Buchverfilmung übrigens explizit erwähnt werden) angesprochen werden, würde ich Grüne Tomaten trotzdem als Feeldgood Film bezeichnen. Dafür sorgt allein schon Kathy Bates als frustrierte Ehefrau Evelyn Couch, die im Laufe des Films immer mehr an Selbstbewusstsein gewinnt und (fast) am Ende des Films auf einem Supermarktparkplatz voll aufdreht. Zugleich gewinnt der Film durch die Freundschaft von Ruth und Idgie, die durch alle Schicksalsschläge, die sie treffen, nur noch mehr zusammen wachsen, auch immer wieder an Tiefe. Und macht deutlich: Man kann aus ganz verschiedenem Holz geschnitzt sein und trotzdem allerbeste Freunde werden.

BOOKSMART

Tatsächlich ist BOOKSMART nicht nur der neuste Film aus dieser Reihe, sondern auch tatsächlich der Einzige, der von einer Frau produziert wurde: Olivia Wilde.
Darum geht es: Die Superstreber und besten Freundinnen Molly und Amy stehen kurz vor ihrem Abschluss, als ihnen bewusst wird, dass sie für die ganze Lernerei auf jede Menge Spaß verzichtet haben. Besonders blöd: Scheinbar alle partyfreudigen Mitschüler*innen um sie herum, denen sie sich komplett überlegen fühlen, haben ebenfalls Zusagen von renommierten Unis erhalten. Bevor Molly ihr Studium als Juristin und Amy ihr Freiwilligenjahr in Botswana angehen werden, wollen sie es daher nun in der letzten Nacht vor ihrem Abschluss noch einmal richtig krachen lassen.
Was ein bisschen nach einer weiblichen Hangover Variante klingt, entpuppte sich für mich beim Ansehen als ein vielschichtiger Film über zwei Freundinnen, die lernen müssen, sich voneinander zu lösen, um selbst ihren eigenen Weg nach der Highschool zu gehen. Dabei hält Olivia Wilde jedoch den ganzen Film über perfekt die Balance zwischen überdrehten, teilweise richtigen Fremdschäm-Momenten und sentimentalen, ruhigeren Augenblicken, in denen den beiden Freundinnen bewusst wird, dass für sie eine neue Zeit anbrechen wird und sie plötzlich nicht mehr jeden Moment im Leben der Anderen unmittelbar erleben werden. Wer Freundinnen aus dieser Epoche noch hat, wird sich bestimmt gut an diesen Moment erinnern können. Ich weiß jedenfalls noch genau, wie damals eine meiner zwei besten Freundinnen als Erste für ihr Studium in eine andere Stadt zog und ich es mir einfach gar nicht vorstellen konnte, sie und meine andere Freundin nicht mehr jeden Tag zu sehen. Für mich ein idealer Film für viel Partystimmung und etwas Nostalgie.

EINE FÜR 4

Zum Schluss meiner Vorschläge kommt hier noch ein kleines guilty pleausure: Die Verfilmung von dem gleichnamigen Jugendroman von Ann Brashares aus dem Jahr 2005 kann von dem cineastischen Anspruch keineswegs mit den anderen Filmen mithalten, doch macht es mir trotzdem immer wieder Freude, sie anzusehen.
Darum geht es: Fast ihr ganzes Leben lang sind die Teenagermädels Lena, Tibby, Carmen und Bridget unzertrennlich, bis sie mit 16 Jahren zum ersten Mal getrennt voneinander ihren Sommer verbringen: Die sportliche Bridget nimmt an einem Fußballturnier in Mexiko teil, die zynische Tibby jobbt in einem Kaufhaus und dreht einen Dokumentarfilm über die Sinnlosigkeit des Lebens, die zurückhaltende Lena reist nach Griechenland zu ihren Großeltern und die selbstbewusste Carmen verbringt den Sommer bei ihrem Vater, der von ihrer Mutter getrennt lebt. Kurz bevor sie alle in ihren Sommer aufbrechen, entdeckt Bridget zufällig eine Jeans, die wie ein Wunder, allen Mädchen gleich gut passt. Daraufhin schließen die Freundinnen einen Pakt: Die Jeans soll Jeder von ihnen für jeweils eine Woche Glück bringen und somit hin- und hergeschickt werden. Zu dem Zeitpunkt ahnen die Freundinnen noch nicht, wie sehr sie das einmal brauchen werden.
Was soll ich sagen: Ich glaube, ich habe einfach eine große Schwäche für Jugendfilme. Mitanzusehen, wie sich die vier Freundinnen zum ersten Mal in ihrem Leben allein behaupten müssen, sich unglücklich verlieben, plötzlich mit ernsthaften Erkrankungen auseinandersetzen müssen, lernen, für sich einzustehen und sich von ihrer eigenen Familiengeschichte zu emanzipieren, berührt mich einfach immer wieder. Außerdem finde ich die Idee der Freundinnen sehr charmant, sich über alle Grenzen hinweg durch die gemeinsame Hose weiterhin beizustehen. Oh, und noch ein kleiner Fun Fact: In dem Film kann man u.a. Blake Lively und Alexis Bledel als Jungstars erleben.

Fallen euch noch weitere tolle Filme über Freundinnen ein? Oder welcher ist euer Lieblingsfilm über Frauenfreundschaft oder Freundschaft allgemein?

4 Comments

  1. Wörter auf Reise

    Frauenfreundschaften in Filmen gibt es echt zu wenig, mir fallen da kaum welche ein, die von dir erwähnten Filmen kenne ich nur Booksmart, der mir überraschend gut gefallen hat, hatte erst ein wenig Sorge, weil ich oft so meine Probleme mit Rom Coms habe, aber hier war es echt gut, hatte da viel Spaß mit dem Film, die anderen habe ich mir direkt mal notiert, danke für die Empfehlungen! 🙂
    Alles Liebe
    Nadine

    Gefällt 1 Person

    1. johannaschreibtwas

      Liebe Nadine, das stimmt, mir ging es tatsächlich beim Schreiben meines Artikels auch so, dass mir leider bemerkenswert wenige gute Filme über reine Frauenfreundschaften eingefallen sind. Aber immerhin sind die, die mir einfielen, wirklich richtig gut! 🙂 Freut mich auf jeden Fall sehr, dass du dir da ein paar notiert hast! Lass mich gerne wissen wie sie dir gefallen haben. 🙂
      Übrigens war ich vor Bocksbart ähnlich skeptisch wie du – ich bin nämlich auch kein großer RomCom Fan. Aber die Schauspielerinnen und die Story haben dann zum Glück echt überzeugt. 😀
      Ganz liebe Grüße,
      Johanna

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