Meine 5 deutschen Lieblingsserien

So sehr wir uns gerade im Serien Zeitalter befinden, so sehr habe ich das Gefühl, dass es irgendwie Mode ist, deutsche Serien (und Filme) per se irgendwie blöd oder langweilig zu finden. Daran ändern zwar Netflix Produktionen wie Dark langsam etwas, aber ich finde es wird höchste Zeit, einmal mehr die Werbekeule für wirklich gelungene, deutsche Produktionen zu schwingen. Et voilà, hier folgt ein kleiner Überblick über meine (aktuell) liebsten deutschen Serien:

BAD BANKS

Die deutsch-luxemburgische Fernsehserie rundum die junge Investmentbankerin Jana Liekam wurde bereits Anfang 2018 im ZDF ausgestrahlt und von der Presse frenetisch bejubelt, ich selbst habe sie aber erst vor ein paar Wochen während in einer langen Zugfahrt für mich entdeckt. Und die beiden Staffeln (die 2. erschien erst in diesem Jahr) dann innerhalb weniger Tage durchgeschaut. Dabei dachte ich immer, die Finanzwelt und Investmentbanker*innen würden mich nicht interessieren. Jetzt weiß ich: Es kommt nur darauf an, wie man es erzählt bekommt.
Darum geht es (Staffel 1): Die Investmentbankerin Jana Liekam ist jung, talentiert und extrem ehrgeizig. Sie will es auf der Karriereleiter nach ganz oben schaffen – muss aber in der ersten Folge direkt einen herben Rückschlag verkraften: Sie wird aufgrund einer Intrige fristlos entlassen. Doch dank der Beziehungen ihrer Ex-Chefin Christelle Leblanc bekommt Jana in Frankfurt sofort eine neue Stelle und zieht ein wichtiges, aber riskantes Geschäft an Land. Damit gewinnt sie schnell die Achtung ihres neuen Chefs, aber zugleich auch den Neid ihrer Kollegen, die sie als Teamleiterin anführen soll. Und dann ist da auch noch ihre Ex-Chefin, der Jana noch etwas schuldig ist…Jana muss sich entscheiden, wem sie vertrauen kann und welches Spiel sie zukünftig in der Bank spielen möchte.
Sehenswert weil…ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, ein bisschen was von Finanzen und Investment zu verstehen, Jana und Christelle Leblanc tolle, komplexe und widersprüchliche Figuren sind und die Spannung ab der ersten Folge konstant hochgehalten wird.
Hard Facts: Staffel 1 und 2 mit jeweils 6 Folgen könnt ihr euch in der ZDF Mediathek ansehen.

How to sell drugs online

In meiner Julivorschau habe ich bereits erwähnt, wie sehr ich mich auf die den Start der zweiten Staffel am 21. Juli freue,
Darum geht es: Im Mittelpunkt der Serie steht der Teenager Moritz, der mit Liebeskummer zu kämpfen hat. Denn seit seine Freundin Lisa aus ihrem Austauschjahr zurückgekehrt ist, will sie nichts mehr mit ihm zu tun haben. Stattdessen scheint sie sich auf einmal mehr für Drogen und den hübschen Sportler Daniel zu interessieren, der die Pillen von seinem Dealer Baba besorgt. Um Lisa zu beeindrucken, gibt Moritz sein ganzes Erspartes, das er gemeinsam mit seinem besten Freund Lenny für zukünftige Geschäftsideen gesammelt hat, um von Baba ebenfalls Drogen zu besorgen, die er im Internet verticken will. Es dauert nicht lange, bis die Nachfrage steigt und sein Drogenimperium wächst. Doch der Erfolg währt nur kurz, denn schnell wird die Qualität von Babas Drogen im Netz bemängelt. Moritz und Lenny müssen sich also auf die Suche nach einem neuen Dealer machen und gleichzeitig den penetranten Baba, dem sie noch Geld schulden, loswerden. Währenddessen scheint Lisa weiterhin nur Augen für Daniel zu haben und wäre das nicht schon genug, nimmt auch die Polizei die Fährte langsam auf…
Sehenswert weil...die Szene im Schwimmbad, in der die Wirkung von MDMA auf den Körper erklärt wird, unfassbar toll ist! Zugleich macht es aber auch einfach nur riesigen Spaß, den Jungschauspieler*innen dabei zuzusehen, wie sie zwischen 1. Liebe, Schule, Drogen und Kriminalität agieren und wie modern und leicht Musik und Schnitte die Geschichte nach vorne treiben.
Hard Facts: Die 1. Staffel mit 6 Folgen ist auf Netflix zu sehen, die 2. Staffel mit ebenfalls 6 Folgen folgt am 21. Juli.

Fett und Fett

Viel zu wenig Aufmerksamkeit hat meiner Meinung nach diese kleine, aber sehr, sehr lustige Serie von zwei Filmstudenten bekommen, die erst nur aus Spaß produziert wurde – und dann vom ZDF aufgekauft wurde.
Darum geht es: In insgesamt 11 Folgen dreht sich im Grunde alles über das Lebensgefühl mit Ende 20, das Leben in der Großstadt, Freundschaft, Liebe, Arbeit und Feiern. All das erzählt uns Jaksch, der Ende 20, ohne Job und ohne Freundin da steht, aber sein Leben trotzdem eigentlich ganz okay findet. Ihm folgen wir dabei, wie er sich in den kurzen Episoden im Münchner Großstadtleben so durchschlägt und wie ihm lauter merkwürdige, zugleich aber auch sehr gewöhnliche Dinge passieren, wie wir sie wohl alle mit Ende 20 kennen.
Sehenswert weil…es die Serie wirklich schafft, ein ganzes Lebensgefühl zu transportieren, ohne aber zu gewollt oder verkrampft zu wirken. Stattdessen macht es einfach nur extremen Spaß, Jaksch dabei zuzusehen, wie er versucht, sein Leben zu leben und mit all den Herausforderungen und Veränderungen klar zu kommen, die das Leben mit Ende 20 eben so mit sich bringt.
Hard Facts: Die erste Staffel mit 11 Folgen ist bis Ende September noch in der ZDF Mediathek anzusehen.

Im Angesicht des Verbrechens

Die zehnteilige Krimiserie von Dominik Graf ist bereits 10 Jahre her und war damals eine der ersten, größeren deutschen Serienversuche.
Darum geht es:
In verschiedenen Erzählsprüngen zeichnet die Serie ein Bild von den komplexen Beziehungen zwischen der russischen Mafia in Berlin und der Polizei, die in dem Milieu ermittelt. Marek Gorsky, Sohn russisch-jüdischer Einwanderer, ist 14 Jahre alt, als sein älterer Bruder Grischa von Kriminellen erschossen wird. Der/die Täter wurde/n nie gefasst. Bei seiner Arbeitsstelle, der Berliner Polizei, weiß niemand von seiner Vergangenheit, selbst nicht sein Freund und Kollege Sven Lottner. Doch schnell holt der unaufgeklärte Mord Marek wieder ein, als er gemeinsam mit Sven Lottner beauftragt wird, Solokow zu finden, einen der Drahtzieher des illegalen Zigarettenhandels. Dabei führt sie die Spur zu dem Restaurantbesitzer Mischa, der der Ehemann von Mareks Schwester Stella ist. Bald schon muss sich Marek zwischen seiner Familie und seiner Aufgabe als Polizist entscheiden und zugleich gegen die korrupten BKA Beamten Bruno Hollmann und Sabine Jaschke arbeiten.
Sehenswert weil… die Serie ein guter Mix aus Thriller und Familiensaga ist und Mareks Zerrissenheit zwischen seiner Familie und seiner Berufung toll inszeniert wird. Und glaubt mir: Mit einer klassischen Tatort-Spannung hat diese Miniserie rein gar nichts zu tun!
Hard Facts: Ursprünglich wurde die 10-teilige Serie in der ARD ausgestrahlt, mittlerweile könnt ihr sie aber nur noch auf Netflix sehen.

Der Tatortreiniger

Wer war eigentlich zuerst da? Der Tatortreiniger oder Bjarne Mädel? Ich weiß es nicht, aber Fakt ist: Hier hat der NDR eine echte Sternstunde gehabt.
Darum geht es: Heiko „Schotty“ Schottes Arbeit fängt da an, „wo sich andere Menschen vor Entsetzen übergeben müssen.“ Er ist als Tatortreiniger in Hamburg und Umgebung im Namen der Firma Lausen unterwegs und soll die Spuren von Tatorten beseitigen. Dabei geht es aber weniger um die Morde an sich, als vielmehr um Schottys skurrile Begegnungen mit den Hinterbliebenen und Bekannten, die ihn in teilweise sehr absurde Situationen bringen und wie er sich daraus mit viel Witz und Raffinesse befreit.
Sehenswert weil…Bjarne Mädel seinem Schotty so viel Witz und Coolness verleiht und jede Episode eine echte Wundertüte mit tollen Schauspielern ist.
Hard Facts: Die insgesamt (und abgeschlossenen) 31 Folgen könnt ihr euch aktuell in der ARD Mediathek und auf Netflix ansehen.

Wie steht ihr zu deutschen Serien? Einschalten oder eher nicht? Und habe ich eurer Meinung nach eine wichtige deutsche Produktion vergessen?

2 Comments

  1. Magda

    Liebe Johanna,
    das sind ja tolle deutsche Serien! Vor allem die zweite Serie hat es mir angetan, Und wenn ich mich recht entsinne steht sie auch schon auf meiner Watchlist. Jetzt möchte ich sie erst recht sehen 😉
    Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass viele deutsche Filme und Serien echt gut sind! Nur, meines Erachtens, verschließen wir zu schnell die Augen und denken uns: Ach, das ist nicht so gut wie Hollywood … Klar, weil wir nicht in Amerika leben ^^ Außerdem muss ich hinzufügen, dass viele amerikanische Filme und Serien sich ähneln. Es geht immer um: Gewalt, Rauschmittel und Co.
    Ein paar deutsche Serien, die dem amerikanischen Stil von Filmen und Serien entsprechen, sind z.B.: Wishlist oder Beat. Habe beide Serien geschaut und war zum Teil geschockt, was da produziert wurde 😅🙈
    Liebe Grüße und bleib gesund!

    Gefällt 1 Person

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